Hauptinhalte

Landwirtschaft

Landwirtschaft

Großflächig angebaute Kulturen und der Wegfall von Streifen mit blühenden Hecken durch größer werdende Felder erschweren Bienen auf dem Land die dauerhafte Versorgung mit Nektar und Pollen. Wenn Raps und Obstbäume verblüht sind, endet deshalb vielerorts für Bienen abrupt das Nahrungsmittelangebot. „Urbane Standorte scheinen eine geeignetere Nahrungsgrundlage für Honigbienen bieten zu können als landwirtschaftlich intensiv genutzte Gebiete“, heißt es in einer im Januar 2017 publizierten Studie. „Unser Ziel ist deshalb mit der Bienenkampagne vor allem auf dem Land Verbesserungen für Bienen zu erzielen“, so Umweltministerin Priska Hinz.

Erhalt von Streuobstwiesen ist wichtig
Erhalt von Streuobstwiesen ist wichtig

80 Prozent der Nutzpflanzen sind auf Bestäubung angewiesen

Denn Bienen sind für die Landwirtschaft von herausragender Bedeutung. In Europa sind rund 80 Prozent der Nutzpflanzen auf die Bestäubung von Bienen angewiesen. Fast alle Obstbäume werden durch Bienen bestäubt. Der Raps als wichtige Ölpflanze sowie viele Gemüsearten, z.B. Spargel, Gurken oder Bohnen, erzielen höhere Erträge wenn sich neben dem Wind Insekten an der Bestäubung beteiligen. Bienen erwirtschaften so laut Weltbiodiversitätsrat (IPBES) weltweit 200 bis 500 Milliarden Euro pro Jahr, zum Vergleich, 2015 belief sich der Etat des Bundeshaushalts auf 300 Milliarden Euro.

 

Die hessische Landesregierung setzt sich deshalb auf verschiedenen Wegen für den Schutz und die Verbesserung der Versorgung der Bienen ein. Wichtigstes Instrument ist dabei das Hessische Agrarumwelt- und Landschaftspflegeprogramm (HALM). Im Rahmen des Programms werden Blüh- und Ackerrandstreifen, ein bienengerechter Zwischenfruchtanbau, der Anbau vielfältiger Ackerkulturen, Streuobstwiesen und der ökologische Landbau gefördert. 

Hilfestellungen für Landwirtinnen und Landwirte

„Landwirte haben viele Möglichkeiten, die Honigbiene und damit natürlich zugleich auch andere Insekten zu fördern. Etwa durch den umsichtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, den Anbau von blühenden Zwischenfrüchten oder den Erhalt von Saumstrukturen“, erläutert Umweltministerin Priska Hinz.

Fachkundige Beratung zum Thema bienenfreundliche Landwirtschaft erhalten Landwirte bei den Fachdiensten des Landes und der Landkreise. Kontaktadressen, Ansprechpartner und hilfreiche Praxisbeispiele sind in der Broschüre „Imker und Landwirte in Partnerschaft“ zusammengestellt. Denn schon mit kleinen Maßnahmen können Landwirtinnen und Landwirte viel für die Bienen bewirken!

Ein besonderer Stellenwert hinsichtlich des Schutzes der Bestäuber und somit der Biodiversität insgesamt kommt der ökologischen Landwirtschaft zu. Auf ökologisch wirtschaftenden Betrieben erfolgt der Bienenschutz im System: Der Verzicht auf Pestizide, eine weite Fruchtfolge und der Anbau von blühenden Leguminosen sind Grundpfeiler des Ökolandbaus, die erheblich zum Schutz der Bestäuber beitragen. Zahlreiche Studien belegen für ökologisch bewirtschaftete Flächen einen deutlich höheren Artenreichtum. Zudem wirtschaften viele Öko-Bauern auf extensiven Standorten und erhalten dort zum Beispiel durch Beweidung artenreiches Grünland. Viele landwirtschaftliche Betriebe und auch Imkerinnen und Imker sind Mitglied in einem Anbauverband. Somit ist es möglich, über die Strukturen der Verbände den partnerschaftlichen Austausch zwischen Imkerinnen und Imkern und Landwirtinnen und Landwirten gezielt und dauerhaft zu fördern. Alle Menschen, denen ein ganzheitlicher Schutz von Bienen und Bestäubern wichtig ist, können durch den Kauf von heimischem Honig einen erheblichen Beitrag hierfür leisten.

Das Netzwerk Blühende Landschaft bietet zudem praxisnahe Tipps und Hilfestellungen für Landwirtinnen und Landwirte, die bienenfreundlich wirtschaften wollen. Handreichungen gibt es für die Anlage von Blühstreifen, die Wahl des richtigen Saatguts, die wichtigsten Regeln bei der Mahd oder Saatgutmischungsvorschläge für den Zwischenfruchtanbau.