Bienenfreundliches Hessen

Zum Schutz und Erhalt der Bienen

Aktuelles

Neuigkeiten rund um das Thema Bienen

Hier versorgt Sie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit "Bienen-News". 2021 möchten wir uns verstärkt dem Thema Wildbienen widmen, denn Hessens Wildbienen sind weiterhin in Gefahr und besonders schützenswert.

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Viele Wildbienenarten kämpfen seit den letzten Jahrzehnten mit dem Verlust von Lebensraum, Nahrung und Nistmöglichkeiten. Aber auch die Belastung mit Pflanzenschutzmitteln spielt eine Rolle beim Rückgang der Wildbienen (Bild: Rostrote Mauerbiene / © Sabine Se - stock.adobe.com).

Ein Biene voller Pollen sitzt auf einer Blüte.
Ein Biene voller Pollen an einem
© Andrew Gardner

 

Anteil an Blühflächen im Land erneut gesteigert

Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ weiter erfolgreich: Unser Ökosystem ist unsere Lebensgrundlage – gerät es ins Wanken, hat das gravierende Folgen für die gesamte Natur und uns Menschen. Vor allem bestäubende Insekten wie Wildbienen haben einen gewaltigen Anteil daran, dass es uns gut geht. Ohne sie können Pflanzen keine Früchte bilden und Tiere und Menschen verlieren ihre Nahrungsgrundlagen. Darum setzen wir uns besonders für den Schutz bestäubender Insekten ein“, sagte die Hessische Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Priska Hinz heute in Wiesbaden. Und dass Hessen ein bienenfreundliches Land ist, zeigen die neuesten Zahlen zur Anlage von Blühflächen: Im Vergleich zu 2020 steigerte sich die Flächenzahl um 580 Hektar auf 5580 Hektar.

3.990 Hektar Blühflächen davon werden im Rahmen des Agrarumweltmaßnahmenprogramms HALM mit 2,66 Millionen Euro vom Land gefördert. „Es freut mich sehr, dass sich 1.881 Landwirtinnen und Landwirte in diesem Jahr entschieden haben, ein- und mehrjährige Blühflächen anzulegen. Das sind nochmal 186 Aktive mehr als im Vorjahr“, betont Hinz. „Eine nachhaltige Landwirtschaft mit Blühflächen, naturbelassenen Ackerrandstreifen und Ackerwildkrautflächen ist von grundlegender Bedeutung zum Schutz der Bienen und anderer Insekten“, so Hinz weiter. „Im Rahmen der 2017 gestarteten Gemeinschaftsinitiative „Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen – Landwirte und Imker sind Partner“ haben unsere Bauernfamilien weitere rund 1.600 Hektar Blühflächen angelegt, was einer Fläche von etwa 2.200 Fußballfeldern oder einem sechs Meter breiten Blühstreifen mit einer Gesamtlänge von 2.600 Kilometern entspricht. Dadurch wird unsere Kulturlandschaft in den nächsten Wochen nicht nur bunter, sondern bietet den Insekten nach der Blüte der Obstbäume und des Rapses bis in den Herbst hinein ein vielfältiges Nahrungsangebot“, betont der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal.

Eine weitere wichtige Säule zur Förderung von Projekten, die bestäubenden Insekten nahrungsreiche Lebensräume schaffen, ist die Auszahlung von Lottomitteln. In 2020 wurden 45.000 Euro im Rahmen von „Bienenfreundliches Hessen“ bewilligt. Das entspricht rund einem Viertel des gesamten Bewilligungsvolumens aus Lottomitteln. Für konkrete Maßnahmen – speziell für die Anlage von Blühflächen – waren es mehr als 25.000 Euro. Mit dem übrigen Mitteln wurden insbesondere Imkervereine in ihrer Arbeit unterstützt. 2020 stieg auch die Zahl der Honigbienenvölker in Hessen um 1700 Völker auf rund 65.700.

Hier geht es zum Volltext der Pressemitteilung.

Die Mai-Langhornbiene an einer Zaun-Wicke
Die Mai-Langhornbiene an einer Zaun-Wicke
© Felix Fornoff

Die Mai-Langhornbiene ist die Wildbiene des Jahres 2021

Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ hat für 2021 eine Biene gewählt, deren Männchen sich durch enorm lange Antennen auszeichnen und die sich im Frühling sehr auffällig benehmen. Die Mai-Langhornbiene (Eucera nigrescens) ist etwas größer als die Honigbiene, wirkt ein wenig plump und ist pelzig
orange-braun behaart. Sie hat besondere Ansprüche an ihre Nahrungspflanzen, denn sie besucht ausschließlich Schmetterlingsblütler. Das ist vor allem die Zaun-Wicke, die zur Flugzeit der Mai-Langhornbiene in Wiesen, an Wegrändern und Waldsäumen blüht. Die Männchen der Mai-Langhornbiene
erscheinen deutlich vor den Weibchen meist ab Mitte April bis Anfang Mai und patrouillieren in rasantem Flug bevorzugt an Beständen der Zaun-Wicke. Dabei folgen sie auffällig stets den Flugbahnen, die von ihnen durch Duftmarken festgelegt wurden, und erwarten die Weibchen.

Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ ist beim Arbeitskreis Wildbienen-Kataster angesiedelt, einer Sektion des Entomologischen Vereins Stuttgart 1869 e.V.

Quellen: Naturkundemuseum Baden-Württemberg; Info-Flyer "Wildbiene des Jahres 2021"

Hier gibt es weitere Informationen zur "Wildbiene des Jahres".