Hauptinhalte

Forschung

Forschung zum Thema Bienen

Forschung zum Thema Bienen fördert das Land in den beiden hessischen Bieneninstituten in Kirchhain und Oberursel.

Das Institut in Oberursel verknüpft universitäre Grundlagenforschung mit praktischer Bienenhaltung. Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Wirkungen von Bienenkrankheiten und Pflanzenschutzmitteln auf das Nervensystem oder neue Therapien von Bienenkrankheiten.

Das Bieneninstitut in Kirchhain befasst sich in erster Linie mit der Entwicklung biologischer und biotechnischer Bekämpfungsmethoden gegen die Varroamilbe. Dazu gehören die Selektion varroaresistenter Bienen sowie die Optimierung von Haltungs- und Bekämpfungsverfahren.

Zudem gibt es folgende mit Drittmitteln geförderte Projekte:

1. Smartbees – Nachhaltiges Management von widerstandsfähigen Bienenvölkern

Das Bieneninstitut Kirchhain beteiligt sich am Verbundprojekt SMARTBEES (”Sustainable Management of resilient bee populations - Nachhaltiges Management von widerstandsfähigen Bienenvölkern“). SMARTBEES wird von der Europäischen Kommission finanziert und läuft von November 2014 bis Ende 2018.

Das Ziel dieses Projektes ist es, sowohl Völkerverluste durch die Varroamilbe zu verringern als auch die Vielfalt der Bienen in Europa zu erhalten. Im multidisziplinären Konsortium von SMARTBEES sind europäische Experten aus den Bereichen Bienenbiologie, Molekularbiologie, Genetik, Pathologie, Zucht und Beratung vertreten.

Im Bereich Erhaltung und Schutz der Vielfalt von europäischen Bienen koordiniert das Institut Kirchhain die Beprobung von zahlreichen Populationen über ganz Europa hinweg und beteiligt sich an der Analyse der Proben. Neben der Beschreibung und Charakterisierung des gegenwärtigen Zustands der Bienen in Europa sollen die Ergebnisse die Grundlage für die Selektion und Zucht auf regionaler Basis bilden und einen nachhaltigen Schutz gefährdeter Populationen ermöglichen. Das letztendliche Ziel von SMARTBEES ist die nachhaltige Erhaltung der Bienen Europas sowie die züchterische Verbesserung von vitalen und produktiven lokalen Honigbienen.

 

2. Deutsches Bienenmonitoring (DEBIMO)

Das Deutsche Bienenmonitoring (DEBIMO) ist eine langfristig angelegte Untersuchung zur Gesundheit von Bienenvölkern mit dem Ziel, die Ursachen für Winterverluste aufzuklären. Im seit 2004 laufenden Projekt arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von sieben Bieneninstituten mit Imkerinnen und Imkern zusammen. Bundesweit werden etwa 1.200 Bienenvölker aus ca. 120 Betrieben kontinuierlich beobachtet. Das Institut in Kirchhain betreut zwölf Imkereien, die jeweils zehn Bienenvölker beobachten lassen. Jedes dieser Völker wird mehrmals im Jahr durch einen Mitarbeiter des Instituts begutachtet. Bei jedem Besuch werden Bienenproben entnommen, und zu bestimmten Zeitpunkten werden auch Proben vom Honig, Bienenbrot, eingelagertem und bearbeitetem Pollen von Pflanzen, und Winterfutter gezogen.

 

Wie kommen Bienen gut durch den Winter? DEBIMO liefert Ansätze

Die Bienenproben werden im Bieneninstitut in Kirchhain einer Krankheitsuntersuchung unterzogen. Dabei untersucht das Bieneninstitut die Bienen auf Belastung mit Bienenparasiten wie der Varroamilbe. Außerdem wird eine Analyse auf vier verschiedene Bienenviren durchgeführt. Die Proben des Bienenbrots werden beim Institut aufbereitet und in einem anderen Labor auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Dabei können über 300 verschiedene Substanzen nachgewiesen werden. Zusätzlich wird eine Pollenanalyse durchgeführt, um die Herkunftspflanzen genau bestimmen zu können.

Varroabelastung ist entscheidend für den Erfolg beim Überwintern

Aus den bisher bundesweit ermittelten Daten lässt sich sehr deutlich ein klarer Zusammenhang zwischen der Varroabelastung der Völker zum Zeitpunkt des Einwinterns und dem Überwinterungserfolg ablesen.

Rückstandsuntersuchungen haben zudem ergeben, dass etwa 30 Wirkstoffe regelmäßig im Bienenbrot nachgewiesen werden können, aber meist nur in Spuren auftreten. Ein klarer Zusammenhang zwischen Völkerverlusten und Pestizidrückständen konnte bisher jedoch nicht nachgewiesen werden.

 

3. Welche Effekte haben Pflanzenschutzmittel auf die Immunabwehr und Krankheitsanfälligkeit von Honigbienen?

Auswirkungen von Pflanzenschutz werden untersucht
Auswirkungen von Pflanzenschutz werden untersucht

Seit August 2016 bis Ende Juli 2019 läuft das Projekt zur Untersuchung der Wechselwirkungen von multiplen Stressoren auf die Immunabwehr und Krankheitsanfälligkeit von Honigbienen. Es erforscht die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf Bienen. Durch Landwirtschaft und Gärtnerei sind die Bienen in Hessen einer Vielzahl von Pflanzenschutzmitteln (PSM) ausgesetzt. Unterschiedliche PSM gelangen mit dem eingetragenen Nektar, Pollen und Wasser in den Bienenstock und werden dort als Wirkstoff-Cocktail in Honig und Bienenbrot eingelagert und von den Bienen konsumiert. Zusätzliche Wirkstoffe werden durch Imker im Zuge der Varroabekämpfung ins Bienenvolk eingebracht.

 

Wechselwirkungen von Pflanzenschutz und Varroabekämpfung

Bislang werden PSM in Zulassungstests nur einzeln und vorwiegend auf akute Effekte geprüft. Das Bieneninstitut will im Rahmen dieses Projekts Wechselwirkungen zwischen den am häufigsten in Bienenbrotproben gefundenen Pflanzenschutzmitteln und Mitteln gegen die Varroamilbe untereinander auf die Gesundheit und Vitalität von Bienen untersuchen. Mit umfangreichen Tests werden die Auswirkungen der Wirkstoff-Kombinationen auf die einzelne Biene und das Bienenvolk untersucht. Zudem wird in Infektionsversuchen geprüft, ob die Krankheitsanfälligkeit der Bienen durch die Wirkstoffe erhöht wird. Diese Testmethoden sollen auf Ihre Anwendbarkeit in Zulassungsverfahren geprüft und bei Eignung standardisiert werden.

Mit Forschungsergebnissen Zulassungsverfahren verbessern

Ein besseres Verständnis der Wirkstoffkombinationseffekte ist von grundlegender Bedeutung für einen nachhaltigen Bienenschutz und zur Verbesserung der Honigqualität.