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Blühende Städte

Mehr öffentliches Bunt: Die bienenfreundliche Kommune

Wildbienen brauchen Nahrung
Wildbienen brauchen Nahrung

Naturnahe Kommunen und Städte mit mehr öffentlichem Bunt können viel dazu beitragen, dass Insekten ausreichend Nahrung und gute Lebensbedingungen finden und können so einen bedeutenden Beitrag für Bienen und Insekten und für die Erhaltung der Biologischen Vielfalt in Hessen leisten.

Was Bienen brauchen

Die Honigbiene, Wildbiene und andere blütenbesuchende Insekten sind dringend auf Nahrung in Städten und Kommunen angewiesen – insbesondere, wenn außerhalb wenig blüht, brauchen Insekten Blütenpflanzen mit reichlich Nektar und Pollen. Wildbienen benötigen darüber hinaus einen geeigneten Nistplatz für die Brutpflege, der oberirdisch oder im Boden liegen kann und Lehm, Sand oder Pflanzenteile als Material für den Nestbau. Da Wildbienen nur wenige hundert Meter weit fliegen, sollten Nahrungsquellen, Nistplatz und Nistmaterial zudem in Nachbarschaft vorkommen.

Nahrung und Lebensraum für Bienen und andere Insekten

Mit naturnah gestalteten Flächen bieten Kommunen und Städte blütenbesuchenden Insekten und anderen Kleinlebewesen eine gute Nahrungsgrundlage und den nötigen Lebensraum. Außerdem: Auch die Lebensbedingungen der Vögel, die dringend auf Insekten als Nahrung angewiesen sind, und die Lebensqualität für die Bevölkerung vor Ort wird gesteigert durch bunte Grünflächen, duftende Kräuter, blühende Hecken und schattenspendende Bäume.

Großes Potential an wertvollen Flächen für mehr öffentliches Bunt bieten zum Beispiel:

Grünanlagen an öffentlichen Gebäuden, wie Schulen, Krankenhäusern, Verwaltungsgebäuden oder auch auf Friedhöfen. Grünstreifen an Parkplätzen, Parks und Gärten, Straßenbegleitgrün und Böschungen,
Dach- und Fassadenbegrünung und naturnahe Gestaltung von Neubaugebieten können Bienen helfen.

Mit der richtigen Planung, Anlage und Pflege der insektenfreundlichen Flächen lassen sich die Wünsche der Bürger auch gut mit den Bedürfnissen von Bienen, Schmetterlingen und Co verbinden.

Artenreiche Wiesen bieten Nahrung
Artenreiche Wiesen bieten Nahrun

Schon kleine Veränderungen können viel bewirken

Die richtige Pflanzenwahl ist das A und O: Werden statt exotischer Pflanzen oder Zuchtformen mit gefüllten Blüten, die Insekten kaum Nahrung bieten, heimische Pflanzen mit ungefüllten Blüten gewählt, finden die Insekten reichlich Futter. Empfehlenswert ist es, Wildpflanzen-Saatgut aus der Region zu wählen. Dann kann mit einem guten Bestand gerechnet werden, da die Pflanzen an die Wuchsbedingungen vor Ort angepasst sind und zudem Wetterschwankungen (z.B. längere Trockenperioden) besser überstehen. Außerdem leistet dies einen Beitrag zur genetischen Vielfalt der Arten und damit zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt. Denn die Erbanlagen von Malven, Wiesen-Salbei und Co unterscheiden sich von Region zu Region.

Das gezielte Anpflanzen unterschiedlicher heimischer Blumen, Stauden, Sträucher, Hecken und Bäume mit Blütezeiten von Januar bis Oktober stellt in der Kommune Nektar und Pollen für die Insekten bereit, auch wenn die Nahrung nach der Obst- und Rapsblüte auf dem Land rar wird.

Auch Blühstreifen an Straßen und Wegrändern mit nektar- und pollenspendenden Pflanzen statt der gewohnten Blumenrabatten sind wahre Bienenweiden und laden Bürgerinnen und Bürger zum Beobachten und Genießen ein. Lässt man Randstreifen an Wegen und Feldrainen stehen, können sich auch hier heimische Gewächse ausbreiten, die im Winter Vögeln und Niederwild geschützten Lebensraum bieten.

Einige Umstellungen bei der Pflege von Grünflächen sorgen dafür, dass heimische Blühpflanzen die richtigen Bedingungen finden und Nist- und Überwinterungsplätze für Insekten entstehen können. „Weniger ist mehr“ ist hier das Motto: Weniger mähen, da sich bei häufiger Mahd Blühpflanzen nicht durchsetzen können und spät mähen, damit die Pflanzen zuerst ihren Samen auswerfen können. Zudem sollte man nicht zu kurz über dem Boden mähen, um Nist- und Überwinterungsplätze für die Insekten zu erhalten und Kleinlebewesen nicht zu schädigen.

Zudem heißt es nicht düngen, sondern den Boden ausmagern lassen – da sich eine artenreiche Wiese gerade auf magerem Boden bestens entwickelt. Außerdem: Gerne mal in einem Bereich gar nichts tun – wilde Ecken, in denen die Natur sich selbst überlassen bleibt, sind wertvolle Flächen für die Vielfalt der Pflanzen und damit auch für Insekten und andere Lebewesen.

Da Pestizide schädlich für Bienen sein können, kann und sollte die Flächenpflege ohne Pestizide erfolgen. Weil alte Bäume vielen Lebewesen als Lebensraum dienen, sollten sie so lange wie möglich erhalten werden. Natürlich ist dabei immer die Wegesicherung zu berücksichtigen. Müssen Bäume gefällt werden, schafft eine Neuanpflanzung von Bäumen oder anderen heimischen Pflanzen neuen Lebensraum.

Bei Neubauten und der Sanierung von Gebäuden kann auch die Begrünung von Fassaden und Dächern in die Planung einbezogen werden. Bei der richtigen Pflanzenwahl nutzt das den Insekten, der Biologischen Vielfalt und dem Stadtklima. Werden die Bedürfnisse der Insekten und anderer Lebewesen bereits in die Planung von Sanierungen und Neubaugebieten, die Gestaltung von Fluss- und Bachufern etc. einbezogen, können kleine Oasen für Mensch, Tiere und Pflanzen entstehen.

Um den Insekten einen Nistplatz zu bieten, in dem das Wildbienenweibchen ein Nest mit Brutkammern anlegen kann, bieten sich offene Bodenstellen und künstliche Nisthilfen an. Diese sind ein Ersatz für die zunehmend geringer gewordenen Nistmöglichkeiten in der Natur. Kleine aufgeschüttete Sandhaufen bieten Raum für Nester im Erdboden, Holz und Pflanzenstängel mit verschiedenem Durchmesser bieten oberirdisch nistenden Bienen einen geeigneten Brutplatz.

Planung, Pflanzenauswahl, Pflege - Tipps für die Umsetzung

Tipps und Informationen rund um die bienen- und insektenfreundliche Gestaltung von Grünflächen in der Kommune – von der Planung von Grünanlagen, der Pflanzenauswahl und Pflege bis hin zur Fassaden- oder Dachbegrünung – sind unter folgenden Links zu finden:

 

Mehr Tipps und Beispiele für die insektenfreundliche Gestaltung öffentlicher Flächen

Netzwerk Blühende Landschaft:
Zur Webseite

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):
Broschüre „Bienenfreundliche Kommune – Wie geht das?“
Zur Webseite

Naturschutzbund Deutschland (NABU):
Broschüre „Mehr Natur im Siedlungsgrün“
Zum PDF

Anlage von Gehölzen und Hecken

Netzwerk Blühende Landschaft:
Zur Webseite

Pflanzlisten

Initiative Deutschland summt:
Zur Webseite

Initiative Frankfurt summt:
Blühende Pflanzen
Zum PDF

Netzwerk Blühende Landschaft:
Blühende Stauden
Zum PDF

Blühende Sträucher, Hecken und Gehölze
Zum PDF

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft:
Bienen-App und Broschüre „Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten“
Zur Webseite

Blühkalender

Initiative Frankfurt summt
Zur Webseite

Regionales Saatgut

Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten e.V.
Zur Webseite
Initiative Frankfurt summt
Zur Webseite

Netzwerk Blühende Landschaft
Zur Webseite

Saatgut gibt es auch bei heimischen Genossenschaften und Landhandelsunternehmen.

Pflanz- und Gestaltungstipps

Initiative Deutschland summt
Zur Webseite

Nisthilfen

Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Zur Webseite

Flächenpflege ohne Pestizide

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):
Ratgeber „Pestizidfreie Kommune“
Zum PDF
Dach- und Fassadenbegrünung

Freie und Hansestadt Hamburg:
Broschüre „Mehr Gründächer für Hamburg“
Zum PDF
Broschüre „Grüne Vielfalt im Wohnquartier“ (Fassadenbegrünung u.a.)
Zum PDF
Kommunen engagieren sich für Biologische Vielfalt

Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt e.V.
Zur Webseite

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klima, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Zur Webseite

Unternehmen als Partner der Biologischen Vielfalt

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klima, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:

Broschüre „Unternehmen als Partner der Biologischen Vielfalt“
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