Hauptinhalte

Best Practice

Partnerschaft zwischen Imkern und Landwirten

Viele Betriebe setzen die Partnerschaft zwischen Imkern und Landwirten bereits vorbildlich um. Ein ganz besonderes Projekt ist dabei die Biodiversitätsberatung für Landwirte vom Landesbetrieb Landwirtschaft (LLH). Martina Behrens ist Biodiversitätsberaterin beim LLH und erarbeitet mit Modellbetrieben beispielhafte Konzepte, die dafür sorgen, dass der Lebensraum für Insekten und Vögel in der Landwirtschaft verbessert wird. Mehr Informationen zum Pilotprojekt finden Sie hier

Zudem stellen wir Ihnen auf unserer Homepage modellhafte Betriebe exemplarisch vor. Den Anfang macht die Hera Erzeugerorganisation für Raps.

Fünf Fragen an Georg Dierschke, Geschäftsführer der Hessischen Erzeugerorganisation für Raps

1. Welche Maßnahmen setzt Hera zum Schutz von Bienen und anderen bestäubenden Insekten um?

Zuallererst bauen die Mitglieder Raps an, der von Mitte April bis Mitte Mai eine hervorragende Bienenweide darstellt. Ein Teil der 1.500 Mitgliedsbetriebe in Hessen legen Blühstreifen an und setzen zur Blütenbehandlung von Rapskrebs (Sclerotinia) Droplegdüsen ein, die den Wirkstoff unterhalb der Blüten an die Pflanze sprühen. So kann deutlich weniger Pflanzenschutzmittelwirkstoff direkt über die Blüten in den Honig gelangen.

2. Was ändert sich dadurch im betrieblichen Alltag der Mitgliedsbetriebe?

Die Anlage der Blühstreifen ist ein Zusatzaufwand für den Landwirt, der Zeit und Geld kostet. Die teilnehmenden Betriebe freuen sich alle über die gute Frequentierung dieser Flächen durch Bienen und viele andere Insekten. Diese positive Erfahrung überträgt sich auch in die Diskussion mit Verbrauchern und regt die Betriebsleiter zum Nachdenken an, wo noch sinnvoll Umweltschutzmaßnahmen im Betrieb umgesetzt werden können. Der Einsatz von Droplegdüsen erfolgt überwiegend überbetrieblich. Das heißt, nicht jeder einzelne Landwirt kauft sich die ca. 3.000 bis 4.000 Euro teuren Spezialdüsen, sondern ein Betrieb kauft und übernimmt die Behandlung der Flächen von anderen Betrieben. Das erzeugt einerseits zusätzliche Ausgaben, spart aber auch Arbeitszeit.

3. Wie reagieren die Betriebe auf den Einsatz von HERA für Bienen und Biodiversität?

Die Rückmeldung der Mitglieder ist positiv. Durch die Aussaat von 60 ha Blühstreifen im Jahr 2016, das sind 200 km Blühstreifen, zeigen die Landwirte großes Interesse und Engagement.

4. Bemerken auch Nichtlandwirte, dass Sie etwas anders machen?

Ja, auf jeden Fall. Die Blühflächen sind wenn möglich an öffentlichen Straßen oder gut besuchten Feldwegen angelegt. Zusätzlich haben wir über 400 Feldschilder sowohl an Raps als auch an Blühflächen aufgestellt, um auf die Aktion hinzuweisen. Im Rahmen der Rapsblüten-Pressekonferenz Ende April wird auch die Rapsblütenkönigin Katharina I die Aktivitäten vorstellen.

5. Welche weiteren Schritte sind für Sie denkbar?

Eine besondere Vermarktung des aus unseren Rapsfeldern erzeugten Rapsöls wäre eine mögliche Maßnahme in Zukunft. In Zusammenarbeit mit Imkern und dem Landespflanzenschutzdienst könnte die Wirkung des Droplegdüseneinsatzes weiter geprüft und in die Breite getragen werden.